Die Energie folgt der Aufmerksamkeit

Von Jasmin Lincke im Gespräch mit Kathrin Rosemann – Physik – Mysterium – Energie – Bewusstsein …

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. – Wenn man sich für Spiritualität oder bewusste Lebensführung interessiert, stößt man früher oder später auf diesen Satz. Im Großen und Ganzen beschreibt er, dass alles, worauf wir unsere Gedanken richten, für uns an Bedeutung gewinnt. Gefühle spielen hierbei eine wichtige Rolle. So wird ein schwieriger Tag furchtbar, wenn man bereits in der Mittagspause rekapituliert, was alles schiefgegangen ist. Schafft man es jedoch, sich auf etwas Schönes zu konzentrieren oder gar sich auf den nächsten Kaffee zu freuen, verbesserte sich die eigene Einstellung. Im Englischen nennt man das einen mind-shift, also einen Bewusstseinswandel. Im Deutschen sollte die alte Glas-halb-voll-halb-leer-Philosophie jedem ein Begriff sein. Was aber hat Energie mit Ausrichtung zu tun? Und steckt am Ende mehr dahinter? Ich habe die Energiearbeiterin Kathrin Rosemann gefragt.

1. Frau Rosemann, in der westlichen Welt assoziieren wir Energie häufig mit Strom oder – wenn wir in Physik gut aufgepasst haben – mit Materie. Was ist Energie für Sie und wie nehmen Sie sie wahr?

Albert Einstein hat wie viele Physiker erkannt: alles in dieser Welt ist Energie. Energie und Materie sind demnach dasselbe. Wir bestehen aus Energie und Energiefeldern, die uns mit allen Wesen und Dingen verbinden. Energie ist Information, die sich bewegt. Und da wird es kompliziert. Denn das bedeutet, dass sich alles in uns (auch Gedanken und Wünsche) der Außenwelt mitteilt und dass alles, was um uns geschieht, etwas in uns verändert. Daher auch der Satz: „Energie folgt der Aufmerksamkeit“.

Energie ist für mich eine Information, die eine Botschaft enthält. Ich nehme die Energien in der Arbeit mit meinen Händen in Form von Kälte, Wärme oder einem Kribbeln wahr. Wir Energiearbeiter*innen bedienen uns in den meisten Fällen der feinstofflichen Energie, um den Körper physisch wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Dieser Prozess ist aber auch umgekehrt möglich. In der Akupunktur beispielsweise bedient man sich der physischen Energie, um die Energiebahnen zu unterstützen und so Energie aus dem Feinstofflichen auszulenken.

2. Sie sind eine Expertin auf dem Gebiet der Energiearbeit. Was ist das konkret und wie funktioniert Energetik? Geht es um Wissenschaft, Magie oder Intuition?

Wir alle sind Experten, vor allem für uns selbst. Oft fällt es nur schwer, sich bewusst wahrzunehmen, weil das Außen so laut ist. Meine Arbeit verstehe ich darin, Menschen wieder dahin zu bringen, sich selbst zu hören und zu spüren. Was für die einen Magie ist, ist für andere Wissenschaft. Ich denke, die Menschen öffnen sich für das scheinbar Unsichtbare immer dann, wenn es keinen anderen Weg mehr gibt oder ihnen etwas „passiert“, was sich nicht mit dem Verstand erklären lässt. Doch jeder von uns hatte schon einmal das Gefühl, die Schwingung eines anderen oder die Stimmung in einem Raum wahrzunehmen. Wir können sofort sagen, ob der Gemütszustand heiter oder negativ ist. Stimmungen können sich von einer Person auf die andere übertragen. Ihre Energie kann uns aufbauen oder herunterziehen. Dies passiert über biomagnetische Felder, die jedes lebende Wesen umfassen.

„Man kann es nicht erklären, man muss es erfahren“ war der Satz, der sich in meiner Ausbildung eingeprägt hat.

3. Fühlen Sie als Energiearbeiterin die Energie ständig um sich oder können Sie sie auch „abstellen“?

Ich habe in der Ausbildung vor allem meine Intuition geschult und durfte durch Selbsterfahrung spüren, welche Wirkung das auf meinen Körper, mein Wohlbefinden und meine Selbstheilungskräfte hat. Die Tatsache, dass ich meine Hände „ein- und ausschalten“ kann, ist mir erst später bewusst geworden. Doch im Grunde geht es um die Absicht zu heilen. Es ist die Absicht, welche die Verbindung zwischen mir und einer anderen Person herstellt, damit Heilung passieren kann. Ich habe mich dazu entschieden, die Hände auf den Körper aufzulegen, denn heutzutage spielt Berührung eine große Rolle in der Gesellschaft und den damit verbundenen Krankheitsbildern. Wir berühren zu wenig und werden zu wenig berührt. Energiearbeit ist aber nicht auf körperliche Berührung angewiesen. Ich könnte genauso gute Erfolge erzielen, wenn ich die Aura berühre. Wenn ich mit meinen Klienten arbeite, spüre ich, wo etwas gebraucht wird und welche Stellen meine Aufmerksamkeit benötigen. Durch Auflegen der Hände kommt der Energiefluss wieder in Gang und es kann Heilung entstehen. Außerhalb der Praxis und ohne konkreten Auftrag begebe ich mich nicht bewusst in das Feld einer anderen Person. Natürlich überlagern sich die Felder mit Menschen im Kontakt immer. Doch das passiert im Unbewussten. Eine ständig bewusste Aufmerksamkeit auf andere Energiefelder würde mich in kurzer Zeit auslaugen. Auch hier ist es wie mit jeder anderen Tätigkeit. Ich achte auf mich und lasse die Arbeit in der Praxis. Das ist meine Selbstfürsorge.

4. Also sind Sie nicht immer energiegeladen?

Ich bin nicht immer energiegeladen, das ist auch nicht mein Anspruch. Wir leben in Polaritäten, weil sie sich bedingen. Ohne hell, kein dunkel und ohne kalt, kein warm. So ist es auch mit den Stimmungen und damit verbundenen Schwingungen. Wenn ich nicht gut drauf bin, fühle ich mich meist auch schlapp – wenn ich etwas Schönes erlebt habe, fühle ich mich gleich viel energiegeladener. Dieses Beispiel zeigt, dass wir es selbst in der Hand haben. Wir können uns entscheiden, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Ich habe lediglich den Vorteil, besseres Handwerkszeug zur Verfügung zu haben, um mich wieder „aufzuladen“. Eigentlich ist mein Vorteil nur das Wissen darum und dass ich es bewusst nutze.

5. Was tun Sie, um Ihre Akkus aufzuladen?

Ich lade vor allem in der Natur auf. Wenn ich merke, dass ich nicht gut drauf bin, gehe ich in den Wald und umarme Bäume. Das sind unglaubliche Energiespender. Ich kann das jedem nur empfehlen. Menschen sind, was das angeht, aber verschieden. Es geht vor allem darum, die jeweiligen Bedürfnisse wahrzunehmen. Der eine lädt die Akkus bei einer Meditation oder Yoga auf, andere gehen joggen. Auch Musik ist ein Transformator was Stimmungen angeht. Viele kennen bestimmt das Bedürfnis, sich bei Liebeskummer noch einen richtig kitschigen Liebessong anzuhören, um noch mehr zu leiden. Hier möchte die Trauer ihren Raum haben. Und das ist gut so. Wichtig ist, dass es bewusst geschieht, denn dann habe ich die Möglichkeit, etwas zu verändern. Ich bin nicht ausgeliefert. Ich bin kein Opfer der Umstände.

5. Ihre Berufung ist es, Menschen zu helfen. Sie sagten, Sie spüren, an welchen Stellen es Ihre Aufmerksamkeit benötigt, aber wie funktioniert das genau? Können Sie Energiefelder sehen?

Ich kann keine Energiefelder sehen, doch ich spüre intuitiv, an welcher Stelle der Körper in Disharmonie ist und die Lebensenergie ins Stocken gerät. Bei Nachfragen bestätigen mir die Klienten meist, dass es genau diese Problemzonen sind.

Meine Berufung ist es, Menschen zu helfen, Ihren Weg in ein gesundes und glückliches Leben zu finden, und ich hoffe damit auch gesellschaftlich wirksam zu sein, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Meine Arbeit ist viel mehr als reine Energiearbeit, doch diese ist ein sehr wichtiger Baustein. Im Gespräch mit meinen Klienten erforschen wir erst einmal, wo es Probleme gibt beziehungsweise in welchen Lebensbereich wieder mehr Energie reinkommen darf. Dabei geht es vor allem um die Ursachen. Denn erst, wenn wir erkennen, warum es gerade so ist, wie es ist und was ich selber dazu beigetragen habe, kann Veränderung einsetzen. Es geht also nicht darum, etwas wegzumachen, sondern vielmehr um das Erkennen der zu Grunde liegenden Bedürfnisse.

Wir alle sind seit unserer Geburt oder unserer Entstehung von unserem Umfeld geprägt. Oft liegen dort bereits viele Ursachen, denn unsere Erfahrungen werden in unseren Körperzellen gespeichert. Dies nennt sich Zellgedächtnis. Zellerinnerungen fangen destruktive energetische Schwingungen auf und erzeugen Stress im Körper. In der Energiearbeit können wir diese destruktiven energetischen Schwingungen in Form von energetischen Blockaden wahrnehmen und auflösen und somit auch die damit verbundenen Themen.

6. Wo liegen die Grenzen der Energiearbeit?

Die Grenzen der Energiearbeit liegen in jedem Klienten selbst. Es ist immer eine Frage der inneren Entscheidung, inwieweit Heilung geschehen darf. Oft blockieren die Menschen die Heilung innerlich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch alle Symptome oder Krankheiten haben einen Vorteil. Wir ziehen einen Nutzen aus der jeweiligen Situation, so schmerzhaft sie auch sein mag. Solange das nicht bewusst ist, kann das die Heilung verhindern. Das gilt nicht nur für die Energiearbeit, sondern für jede Form der Behandlung.

7. Wie stehen Sie zu dem Satz: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit? Was beschreibt er Ihrer Expertise nach und wieso ist er der Schlüssel einer gesunden Lebensführung. Birgt er ein Geheimnis?

Wenn alles um uns Energie ist, macht es da nicht Sinn, unsere Aufmerksamkeit auf Dinge zu lenken, die uns guttun und weiterbringen? Was wäre, wenn wir immer für alles, was uns geschieht, die volle Verantwortung tragen würden? Der Schlüssel zu einer gesunden Lebensführung bin immer ich selbst. Das hat viel mit Wahrnehmung und innehalten zu tun. Wenn ich mich nicht spüre, wie kann ich dann gesund leben? Wie meine Bedürfnisse wahrnehmen?

Doch zu der Aussage: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. – In meinem Verständnis liegt das Geheimnis in unseren persönlichen Filtern. Jeder Mensch hat Filter und manchmal auch Scheuklappen. Würden wir jederzeit alles wahrnehmen, was da ist, würden wir schier verrückt werden. So registrieren wir nur das, was gerade wichtig ist oder was wir sehen wollen. Wenn ich mir zum Beispiel ein neues Auto kaufe, einen roten Mini, glaube ich, dass dieser ganz selten ist, denn bisher ist mir nie einer aufgefallen. Doch seit ich meinen roten Mini fahre, begegnen mir ständig rote Minis. Zufall? Nein, wir haben unsere Filter darauf eingestellt.

So ist das mit vielen Dingen im Leben. Wir schauen mit unseren Filtern, die mit unserer Erfahrung aus der Vergangenheit verknüpft sind. Wende ich mich bewusst etwas Neuem zu, wird sich dieses Neue auch in allen Farben und Formen präsentieren!

8. Können nur Energetiker*innen mit Energie arbeiten oder hat jeder Mensch Einfluss darauf? Muss man mit bestimmten Fähigkeiten geboren werden?

Jeder Mensch ist in der Lage, seine Wahrnehmung auf Energie zu schulen und ich denke, jeder nutzt das auf die ein oder andere Weise unbewusst. Wenn ein Freund traurig ist, nehmen wir ihn in den Arm. Wenn ein Kind Bauschmerzen hat, legen wir die Hand auf und es wird besser. Mütter tun dies instinktiv, ohne nachzudenken. All das ist Energie, die sich positiv auf das Gegenüber auswirkt. Wir alle haben also diese Fähigkeiten. Besonders Kinder, doch die Wenigsten behalten sie bis zum Erwachsensein. Es wird ihnen buchstäblich ausgeredet und manchen Eltern macht es Angst, wenn Kinder etwas fühlen oder sehen, was für die Erwachsenen im Verborgenen und unerklärlich ist. So verlernen sie auf ihre Fähigkeit zu vertrauen und vergessen sie. Später kostet es etwas Mühe, dieses Vertrauen wiederzuerlangen. Trotzdem kann ich alle nur motivieren, es auszuprobieren. Ihr werdet staunen, was Ihr spüren könnt, wenn Ihr Euch darauf einlasst!

9. Haben Sie an dieser Stelle einen Rat für Neulinge auf dem komplexen Gebiet der Energetik?

Ausprobieren. Man kann es nicht erklären, man muss es erfahren! Lass Dich berühren! Es geht immer um die Entscheidung für Dich und um das Einlassen und in Kontakt gehen mit anderen.

10. Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?

Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen diesen Mehrwert für sich erkennen und sich trauen und einlassen auf das ihnen Unbekannte. Das Wissen über die Energielehre ist schon sehr alt, umso erstaunlicher finde ich es, dass es für die meisten Menschen neu ist. Heilung geschieht in erster Linie bei jedem Einzelnen, aber im Grunde geschieht sie dann auch gesellschaftlich. Das ist dringend erforderlich.

Keine Methode kann ALLEN Menschen helfen und keine ist die einzig Richtige, es gibt viele verschiedene Wege! Jeder sollte für sich die Methode finden, die für ihn oder sie richtig ist. Doch wichtig ist, dass Du anfängst, Dich für Dich zu entscheiden!

Kathrin Rosemann leitet eine Praxis für Lebensberatung und Heilbegleitung in Jena und entschied sich vor einigen Jahren ihren Herzensweg zu gehen. Seitdem folgt sie ihrer Berufung Menschen zu helfen und sie auf ihrer Reise zu Heilung zu begleiten. Zu ihren Therapieangeboten gehören: One light healing touch®(Energieheilung), die Arbeit mit den Chakren, energetische Wirbelsäulenaufrichtung, IOPT-Anliegenaufstellung und vieles mehr.

Kathrin Rosemann

Praxis für Lebensberatung und Heilbegleitung

Mobil +49 152 36187057

info@energiearbeit-praxis.de

www.kathrin-rosemann.de

Jasmin Lincke, geboren 1999, ist eine junge Autorin aus Jena und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort. Im Alter von sieben Jahren Rowlings Harry Potter verfallen, träumte sie als Kind davon eines Tages mit eigenen Geschichten zu faszinieren und zu berühren. Um ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen, begann sie im März 2020 ein Fernstudium zur Autorin. Seitdem schreibt sie nicht länger im Privaten und konnte im Rahmen von Schreibwettbewerben bereits mehrfach überzeugen. Neben dem Studium arbeitet sie derzeit als freie Journalistin und an ihrem ersten Roman.

Weitere Beiträge von Jasmin Lincke hier auf ZeitenGeist.blog .

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